Wird das Knie durch Übergewicht oder langfristige einseitige Belastung strapaziert, kann die elastische Pufferstruktur des Knorpelgewebes verschleißen. Die Knochenenden werden nicht mehr ausreichend vor Druck und Reibung geschützt; die Gelenkteile gleiten nicht mehr, sondern scheuern aneinander. Dies ruft Schmerzen hervor, denn im Gegensatz zum Knorpel besitzt die äußere Schicht des Knochens empfindliche Nerven. Der Betroffene hat aufgrund der Schmerzen meist das dringende Bedürfnis, sein Gelenk zu schonen.
Das erkrankte Gelenk
Sind die Schäden am Gelenk und die Beschwerden des Patienten zu groß, bleibt oft nur der Ausweg künstlicher Gelenkersatz.
Das Gelenk versucht, das Gewicht des Körpers von der schmerzenden Stelle weg zu lenken und auf eine größere Fläche zu verteilen. Dazu bildet es unregelmäßig geformte Knochenvorsprünge aus, die die Gelenkoberfläche rau und uneben erscheinen lassen. Diese unerwünschten höckerartigen Neubildungen verschlechtern die Beweglichkeit des Gelenks noch mehr und reizen das umliegende Gewebe schmerzhaft. Dies veranlasst den Betroffenen, das Gelenk noch mehr als zuvor zu schonen. So nimmt ein Teufelskreis aus Schmerz und eingeschränkter Beweglichkeit seinen Lauf.
Die Ursachen für die Erkrankung eines Gelenks sind vielfältig: Altersbedingte Abnutzungserscheinungen können die Funktionsfähigkeit des Gelenks einschränken. Man kann ihr Auftreten hinauszögern und bestehende Beschwerden mildern. Auch starke Belastung durch übermäßige sportliche Betätigung kann eine Erkrankung des Gelenks nach sich ziehen. Manche Sportarten wie Tennis oder Jogging fordern die Gelenke sehr stark, denn diese müssen beim Trainieren ein Vielfaches des Körpergewichts abfedern. Über exzessiven Gebrauch hinaus kann das Kniegelenk wie jedes andere Körperteil auch von Entzündungen betroffen sein, die dauerhafte Schädigungen nach sich ziehen können. Treten also Schmerzen auf, die Sie in Ihrer Lebensqualität einschränken, so sollten Sie bald einen Arzt aufsuchen und deren Ursache abklären lassen.
Mit sanftem Sport wie Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking kann man aktiv die Abwärtsspirale aus mangelnder Bewegung und zunehmender Gelenksteife durchbrechen. Sind die Gelenke schon zu stark geschädigt, so kann ein neues Gelenk für manchen Patienten den Ausweg aus den Dauerschmerzen bedeuten.